Manifest des Vereins

 

Ökologisch Bauen Bundesweit
Bund Architektur und Umwelt e.V.


Gründung

BUND ARCHITEKTUR UND BAU – BIOLOGIE e.V.
gegründet und 1993 in BUND ARCHITEKTUR & UMWELT e.V.
umbenannt.

Aus dem Bewusstsein heraus, dass das Bauen und Planen eine Tätigkeit mit einer weitreichenden Verantwortung gegenüber dem Menschen und der Umwelt ist, schlossen sich mehrere Architekten zu diesem Verband zusammen. Die Mitglieder erarbeiteten damals ein Konzept für die Praxis des Bauens nach baubiologischen und bauökolo-gischen Grundsätzen. Sie gaben sich ein baubiologisches Manifest.


Leitideen des Manifestes

Baustoffe
  • Beurteilung nach den Kriterien der Umwelt- und der Gesundheitsverträglichkeit
  • ökologische Bewertung eines Baustoffes bemisst den Energieaufwand und die Schadstoffemission bei der Rohstoffgewinnung, -aufbereitung, -verarbeitung, den -einbau und der -entsorgung
  • Einsatz regional verfügbarer Rohstoffe verringert den Transportaufwand
  • Keine Baustoffe mit gesundheitsschädlichen Eigenschaften durch Gase, Stäube und Strahlung
  • behagliches gesundes Raumklima
  • Oberflächen und Strukturen zur Förderung der sinnlichen Wahrnehmung
  • gute sorptive (feuchtigkeits-und keimbindende) Eigenschaften
  • gute Wärmespeicherfähigkeit


Energiesparendes Bauen

Der Energiehaushalt kann durch “passive“ und “aktive“ Maßnahmen beeinflusst werden.
  • “passive” Prinzipien immer ausreizen bevor die “aktiven” Maßnahmen eingesetzt werden

“passive“ Prinzipien des „solaren Bauens“ in Mitteleuropa:
  • kompakte und hochgedämmte Bauweise
  • Grundrissgestaltung, mit nach Ost-Süd-West offener und nach Norden weitestgehend geschlossener Fassadengestaltung
  • Zonierung der Räume nach Nutzungsdauer
  • Schaffung von klimatischen Pufferzonen wie Wintergärten, Dielen
  • Auswahl speicherfähiger Baustoffe um die Sonnenenergie „aufzufangen“
  • Ausnutzung der thermischen Luftkreisläufe.

Die “aktiven“ Maßnahmen:
  • intelligente Kombination aus energiewirksamem Heizsystem und aktiver Solarnutzung thermisch für Warmwasser
  • Einsatz von Photovoltaik zur Gewinnung von Strom
  • Ausnutzung anderer regenerativer Energiequellen

Wasser
Einsparung von Trinkwasser durch Installationen zur:
  • Nutzung des Regenwassers
  • Schaffung von getrennten Wasserkreisläufen zur Grauwassernutzung

Wiedereinführung des Wassers in natürliche Kreisläufen durch:
  • Versickerung des überschüssigen Regenwassers
  • Schaffung von Schilfkläranlagen mit evtl. Nutzung auf Nachbarschaftsebene
  • Klimaverbessernde Wirkung von Wasser in Verbindung mit Pflanzen, auch auf Dächern und an Fassaden

Luft
Globale Luftqualität wird positiv beeinflusst durch:
  • obengenannte Auswahlkriterien für Baustoffe,
  • maximale Ausnutzung von regenerativen Energiequellen
  • Wiedereinführen des Elementes Wasser in die Planung

Beeinflussende Faktoren der Luft bei der Bauplatzwahl:
  • bestehende Erdmagnetfelder
  • Elektrosmog beeinflußt die Wahl des Bauplatzes

Gute Luftqualität durch folgende Bauweise und Baustoffe:
  • Gute Sonneneinstrahlung ermöglichen damit
  • Raumluft warm wird
  • die keimtötende UV-Strahlung erhält
  • dampfdiffusionsoffener Wandaufbau
  • Baustoffe mit guter sorptiver (feuchtigkeits- und keimbindender) Eigenschaft
  • gute Speicherfähigkeit
  • antistatische Oberflächen
  • guter Geruch der ausgewählten Baumaterialien


Stadtplanung

Intelligente Stadtplanungskonzepte ermöglichen den sparsamsten Umgang mit den Ressourcen und den Abfallprodukten.
Sie schaffen:
  • verdichtete Quartiere mit hoher Wohn- und Arbeitsqualität
  • mit minimaler Flächenversiegelung
  • Energieversorgung mit möglichst wenig CO2- Ausstoß, bevorzugt mit regenerativen Energiequellen
  • das städtebauliche Konzept sollte eine günstige Orientierung der Gebäude von Süd-Ost bis Süd-West ermöglichen
  • Schaffung überschaubarer Nachbarschaftsstrukturen, kann umweltbewusstes Handeln aus dem Gefühl der sozialen Verantwortung heraus positiv beeinflussen.


Mitglieder des B.A.U.:

Der BAU besteht aus ca. 75 Mitgliedern bundesweit, welche mit unterschiedlichen Arbeitsschwerpunkten arbeiten. Projekte werden je nach Kompetenz, Thema und Region auch gemeinsam bearbeitet.

Mitglieder können werden:
  • Architekten/innen und Ingenieure/innen, welche je nach Qualifikation nachweislich die Ziele des B.A.U. in der Praxis der Planung und Ausführung realisieren und die Integration dieser in Forschung und Lehre betreiben.

Außerordentliche Mitglieder können werden:
  • Architekten/innen und Ingenieure/innen ohne die o.g. Qualifikation
  • Studenten/innen

 

Aufgaben und Ziele des B.A.U. :

  • Vermittlung von Planungsleistungen, gutachterliche Aufgaben, Beratungsaufgaben für Institutionen, Behörden, Gewerbetreibende und private Bauherren
  • Bildungs- und Weiterbildungsaufgaben für Fachleute und Laien im Rahmen von Weiterbildungsmaßnahmen sowie durch vom B.A.U. e.V. organisierte Workshops, Fachgespräche, und Fachkonferenzen, regional sowie überregional
  • Organisation eines Bildungsangebotes für Kommunen und Verbände
  • Aufbau einer Informationsplattform für das ökologische und baubiologisch nachhaltige Bauen für Beratungssuchende, öffentliche und private Bauherrn, Firmen, und Institutionen
  • Entwicklung, Verankerung von Gütesiegeln im Bauwesen in Kooperation mit anderen Institutionen und Verbänden
  • Schaffung eines Selbstverständnisses und Erhöhung der Akzeptanz der Aspekte der Wohn- und Arbeitsgesundheit neben den Kriterien der Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit in der allgemeinen Öffentlichkeit, der öffentlichen Auftraggeber, bei Gesellschaften und Investoren im Wohnungs-, Büro- und Gewerbebau.
  • Einflussnahme und Anhörung des B.A.U im Sinne der öffentlichen Verantwortung des B.A.U., z. B. in der Verbändeanhörung zu laufenden Gesetzgebungsverfahren.
  • Sozial begründete städtebauliche Maßstäbe in Gebäude- und Flächenplanung immer mehr in Bezug setzten zu den ökologischen Maßstäben der Stadt- und Regionalplanung.
  • Integration dieser Inhalte in die Lehre der Hochschulen
  • Vernetzung von Architekten, Verbänden, Firmen, Institutionen, die das ökologische, nachhaltige Bauen fördern.