Claus Steffan
Routenplaner Prof. Claus Steffan
Prof. Dipl.-Ing. Architekt

 

Das Haus der Wirtschaft der IHK Karlsruhe ist ein Erweiterungsbau des bestehenden IHK-Gebäudes aus den 50er Jahren in zentraler Innenstadtlage am Friedrichsplatz. Der Haupteingang ist beibehalten worden. Das Gebäude enthält ein Tagungs- und Seminarzentrum, Läden und Büros, die zunächst fremdvermietet werden.

Die neuen Erschließungskerne mit Treppen und Aufzügen sind "Häusern" zugeordnet, die in das Blockinnere hineinreichen, und eine Unterteilung in Büroflächen von 120 - 360 qm und mehr ermöglichen. Die gewählten Grundrisszonen sind auch für Gruppenräume und Kombibüros geeignet.Niedrigenergiekonzeption

Die passive Gebäudekonzeption sieht eine gute Wärmedämmung der nicht transparenten Teile der Gebäudehülle sowie Gläser mit sehr gutem k-Wert (0,6 Wm2/K) vor. Da das Gebäude bereits über bedeutende innere Wärmelasten wie Personenwärme, Computer- und Beleuchtungsabwärme verfügt, kann der Heizwärmeverbrauch geringer als 50 KWh/m2 a ausfallen. Sowohl die Büros als auch die Verkehrsflächen sind gut mit Tageslicht versorgt. Die Südfassade erhält Glaslamellen als Sonnenschutz in einem Abstand von 90 cm zur Fassade.Sommerliche Nachtkühlung

In den Sommernächten wird durch Kippen der Fenster sowie der Lüftungselemente in den Innenwänden eine Durchströmung des Gebäudes mit kühler Nachtluft erreicht, welche die Gebäudemasse, besonders die massiven Decken sowie die doppelten Gipsbeplankungen auskühlt. Belichtungs- und Lüftungstürme

Drei durchgehende vertikale Öffnungen werden als Türme über das Dach so erhöht, daß durch Absorption der eingestrahlten Sonne ein thermischer Auftrieb entsteht, der die sommerliche Nachtlüftung verstärkt. Er wird mit Verglasungen geschlossen, welche Lüftungsöffnungen enthalten. Gleichzeitig kann das Gebäude über diese Lichttürme in der Vertikalen durchgehend erlebt werden.

Das Regenwasser wird in eine unterirdische Zisterne geleitet. Dieses wird nach Filterung zur WC-Spülung verwendet. Der Trinkwasserverbrauch wird hierdurch mehr als halbiert. Die Flachdächer werden extensiv begrünt. Die Entwurfsverfasser legen große Sorgfalt auf die Auswahl der Baustoffe in Hinblick auf deren Wirkung auf Umwelt und Gesundheit.

Bauherr:
Gebäude- und Grundstücksbetreuungs GmbH der IHK Karlsruhe

Architekten:
Erich Schneider-Wessling, Köln, Claus Steffan, München, Wettbewerb 1995, Projektbearbeitung im Büro München

Größe und Kosten:
Nettogeschossfläche (NGF): 18.771 m2
Bruttorauminhalt (BRI): 61.393 m3
Gesamtkosten Neubau: DM 59 Mio.

Bauzeit:
Nov. 1996 - April 1999

Mitarbeiter
Thomas Anders, Rainer Hobmaier, Omar Guebel, Hanno Kapfenberger, Kerstin Levis, Claudia Meier, Tom Mival, Kai Otto, Jens Rottland, Peter Schuh

Projektleiter: Michael Ziller

Fotos:
Myrzik und Jarisch

Standort:
Erbprinzenstraße 4-12, 76133 Karlsruhe









Integrale Planung

Die Komplexität vieler Bauaufgaben und die vielfältigen Nutzungsanforderungen erfordern die Zusammenarbeit interdisziplinärer Teams, um optimale Planungsergebnisse zu erzielen. Deshalb arbeitet PSA vom Projektstart an das Konzept zusammen mit Fachingenieuren sowie verschiedenen Sonderfachleuten aus. Gemeinsam in intensiver Zusammenarbeit mit dem Bauherrn schaffen wir die Vorraussetzungen für ein wirtschaftlich zu erstellendes und zu unterhaltendes Gebäude. Wir übernehmen die Rolle des Moderators und geben einen Rahmen vor, innerhalb dessen die einzelnen Projektbeteiligten ihr Wissen und ihre Erfahrung einbringen.

Planen von Systemen

Forschung, Technologie und Wirtschaft sind einem immer schnelleren Wandel unterworfen. Aus diesem Grund müssen nicht nur organisatorische, sondern auch bauliche Strukturen veränderbar sein. PSA entwickelt deshalb Planungsstrategien, die unterschiedliche und veränderbare räumliche Organisationssysteme innerhalb eines Gebäudes zulassen. Ein flexibles, an verschiedenartige Anforderungen anpaßbares technisches Ausrüstungssystem und ein optimiertes konstruktives System bilden dafür die Grundlage.

Planen für die Umwelt

Das Prinzip der Nachhaltigkeit – die Einsparung von Energie und Ressourcen – hat bei der Konzeption unserer Gebäude einen hohen Stellenwert. Die konsequente Nutzung von passiven baulichen Maßnahmen zur Nutzung und Speicherung von Energie gehört dazu ebenso wie eine optimierte Gebäudehülle. Durch eine vorausschauende Planung werden Einsparungen an Heiz- und Kühlenergie ermöglicht und die Kosten für den Bauunterhalt erheblich vermindert. Bei der Auswahl der Baumaterialien achten wir zudem auf deren Langlebigkeit und Energiebilanz.
Alle Gesichtspunkte zusammen prägen die Form und auch die Gestaltung unserer Bauten.

Forschung und Entwicklung

Wir arbeiten seit vielen Jahren an in- und ausländischen Forschungsprojekten mit. PSA hat dadurch Anteil an neuen technologischen Entwicklungen. Unter anderem sind wir Mitglied in der europäischen Planungs- und Forschungsgruppe „Eco-Ville Europe“ mit Hauptsitz in Paris. Zusammen mit Fachingenieuren entwickeln wir technische Neuerungen, die auf einer ganzheitlichen ökologischen Betrachtungsweise basieren. So erarbeiteten wir beispielsweise bei mehreren Bauvorhaben passive und damit ressourcenschonende Lüftungskonzepte oder auch spezielle Sonnenschutz- und Tageslichtlenkungssysteme.


Gestaltung

Während des Entwurfsprozesses setzten wir uns intensiv mit dem Ort, seinem baulichen Kontext und seiner Topographie auseinander. Wir entscheiden von Fall zu Fall, ob ein Gebäude sich dem Maßstab der Umgebung unterordnet oder ob es sich von ihm bewußt abhebt. Ein Haus bezieht seine Qualität aus den Proportionen seiner Räume und Elemente. Transparenz und Geschlossenheit, Licht und Plastizität sind die Gestaltungsmittel mit denen wir spannungsvolle Innen- und Aussenräumen erzeugen. Unsere Architektur soll letztlich die Wahrnehmung und die Sinne positiv anregen.


Der Neubau der Einfachsporthalle bildet zusammen mit der Rupert Egenberger Schule im Süden und dem umgebauten Kindergarten im Norden ein in die Tiefe des Grundstückes abgestaffeltes Ensemble.
Das Schulgebäude dominiert innerhalb des Ensembles durch seine Geschoßigkeit und Volumetrie. Durch die Absenkung der Spielfläche der Halle und die Situierung der Technik-, Umkleide- und Geräteräume im Untergeschoss ist der Sporthallenbaukörper nur geringfügig höher als der eingeschossige Kindergarten. Dadurch bleiben die Freiräume weiterhin als offene, fließende Räume erlebbar. Schule und Sporthalle werden über einen gemeinsamen Vorplatz erschlossen, der auch vor Beginn und nach Ende des Unterrichtes als Aufenthalts- und Wartefläche für die Schüler genutzt werden kann.


Funktion / Gestalt

Die Sporthalle wird im EG über einen Foyer/Zuschauerbereich betreten. Eine Treppe erschliesst das Untergeschoss. Technikräume und WCs bilden eine eigene Raumspange im Nordosten unterhalb des Vorplatzes. Die Umkleiden und Duschen befinden sich unterhalb des Foyers und liegen unmittelbar an der Spielfläche der Halle. Westlich der Hallenfläche befinden sich die Geräteräume. Über einen Stichflur ist die Sporthalle an das besteh. Schulgebäude angebunden.
Um die Heizenergieverbräuche möglichst gering zu halten ist die Kubatur der Halle soweit als möglich reduziert. Eine einfache kubische Gebäudegeometrie unterstützt die Idee des Gebäudeensembles und stellt das Raumerlebnis in den Vordergrund.


Konstruktion / Materialität

UG

Das Untergeschoss ist als Ortbetonkonstruktion geplant und muß wegen der Grundwasserverhältnisse als weiße Wanne ausgebildet werden. Nichttragende Innenwände sind als leichte Trennwände soweit möglich aus Holzwerkstoffen vorgesehen.


Tragwerk
Das Dachtragwerk der Halle ist im Hinblick auf einen einfachen, kostengünstigen Bauunterhalt und aus ökologischen Gründen als Holzleimbinderkonstruktion konzipiert.
Fassaden - Dach
Das gesamte Gebäude erhält wegen des angestrebten Passivhausstandards ein ca. 35-40cm starkes Wärmedämmpaket im Bereich des Untergeschosses, der geschlossenen Fassadenbereiche und des Daches. Die geschlossenen Fassadenbereiche werden aussenseitig mit Holz verschalt. Das Flachdach erhält zudem eine extensive Begrünung.
Die Ost- und die Westseite werden im EG komplett verglast. Eine Pfosten-Riegelkonstruktion ebenfalls als Holzkonstruktion geplant, ist konstruktiv und visuell an das übrige Gebäude angepasst.
Eine Dreifach-Isolierverglasung mit hohem U-Wert trägt dem Passivhausstandard Rechnung


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