Richard Kroeff
Routenplaner Richard Kroeff
Dipl.-Ing. Architekt
 

Die Idee Vom Passivhaus

Warum nicht ein Haus bauen, das keine Heizung braucht? Die Gebäudehülle wird einfach soweit verbessert, dass die Wärme im Gebäude weitest gehend erhalten bleibt. Dann kann auf ein konventionelles Heizsystem verzichtet werden. Das ist auf eine Kurzformel gebracht die Idee des Passivhauses:
Das Passivhausinstitut in Darmstadt beschäftigt sich seit 15 Jahren mit dieser Idee und hat für Planer ganz genaue Richtlinien erarbeitet, so dass ein behagliches Haus ohne Heizung keine Vision mehr ist.
Eine Wärmebrückenfreie, hochwärmegedämmte und kompakte Gebäudehülle ist dabei das A und O, um Wärmeverluste zu vermeiden. Rundum dick in Wärmedämmung eingepackt, konsequent alle Fugen winddicht abgeklebt und mit hochwärmedämmenden Fensterkonstruktionen, die kaum Wärme raus und viel Sonne reinlassen wir der Energiebedarf auf ein Minimum reduziert.
Energien, die sozusagen rein passiv ins Gebäude eingetragen werden sollen als „Wärmequellen“ für das Passivhaus ausreichen.
Sonne, Körperwärme der Nutzer, Abwärme (energiesparender) elektrischer Geräte, sowie über einen Erdkollektor vorgewärmte Außenluft decken den Energiebedarf ab. Der finanzielle Mehraufwand für diese Hochqualitative Gebäudehülle soll durch den Verzicht auf ein teures, konventionelles Heizsystem getragen werden. Dazu kommen über die Jahre die sehr geringen Betriebskosten.
Alles was man in einem Passivhaus an Gebäudetechnik eigentlich für ein behagliches Raumklima noch braucht, ist eine kontrollierte Wohnraumbe- und entlüftung. Über einen Wärmetauscher wird hier die vom Erdreich vorgewärmte
Frischluft an der Abluft vorbeigeführt, wobei 80% der Wärme zurückgewonnen werden können. Der Clou: Im Sommer wird die pollengefilterte Zuluft vom Erdreich gekühlt! Für die Warmwasserversorgung eines Passivhauses sammeln Sonnenkollektoren die Energie. Als Reserve für Bedarfsspitzen an manchen Wintertagen wird eine kleine Zusatzheizung wie Z.B. eine Wärmepumpe installiert.
Die Passivhausbewegung geht auf Dr. Wolfgang Feist, de Gründer des gleichnamigen Instituts, zurück. Auf der Suche nach Energieeinsparmöglichkeiten kam für ihn die bloße Optimierung des Niedrigenergiehauskonzeptes, das ja für Neubauten mittlerweile Standard ist, nicht in Frage. Bei diesem Typus weiter Energien einzusparen bedeutet nach Feist einen zu großen technischen Aufwand, bei dem Kosten und Nutzen in keinem Verhältnis mehr stehen. Unter anderem hieße das eben auch, zusätzlich zum Heizsystem eine kontrollierte Wohnraum Be- und entlüftung zur Wärmerückgewinnung einzubauen.
Mit seiner Idee vom Passivhaus hat Feist so ganz neue Maßstäbe gesetzt:
Ein Passivhaus verbraucht insgesamt weniger Energie, als in einem durchschnittlichen europäischen Neubau allein an Haushaltsstrom und für die Warmwasserbereitung benätigt wird.

 

Was macht ein Passivhaus aus?

Guter Wärmeschutz und Kompaktheit
(U- Werte aller Bauteile der Außenhülle < 0,15W/(qmK))

Südorientierung und Verschattungsfreiheit
(Passive Solarenergienutzung)

Superverglasung und Superfensterrahmen
(U- Wert der Verglasung einschließlich Fensterrahmen< 0,80W/(qmK))

Luftdichtigkeit
(Luftaustauschvolumen pro Stunde < Hausvolumen)

Passive Vorerwärmung der Frischluft
(Erdreichwärmertauscher wärmt im Winter Zuluft auf ca. 5°C vor)

Rückgewinnung der Abluftwärme mit Gegenstromwärmetauscher
(80% Wärmerückgewinnung)

Brauchwassererwärmung mit teilweise regenerativen Energien
(Sonnenkollektoren + Wärmepumpe)

Energiespargeräte für den Haushalt
(Kühlschrank, Herd, Tiefkühltruhe, Lampen, Waschmaschinen usw. als hocheffiziente Stromspargeräte)


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