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Berlin: Das integrale Konzept vom Potsdamer Platz

Kälte, Wasser, Wärme, das integrale Konzept vom Potsdamer Platz

Datum: 18. September 2018
Zeit: 15:00 - 18:30
Ort: Blaue Skulptur

Kontakttelefon: 0173-706 4828
Experten UE: 0-3-3
Moderation: Dipl.-Ing. Peter Schrage-Aden, Aktionskreis Energie e.V.
Referenten: Dipl.-Ing. Marco Schmidt, TU Berlin; Dipl.-Ing. Gerhard Plambeck, Vattenfall Wärme Berlin AG

Veranstalter: Aktionskreis Energie e.V., KEBAB gGmbH - Kombinierte Energiespar- und Beschäftigungsprojekte aus Berlin, Volkshochschule Steglitz-Zehlendorf
Förderung: Umwelt- und Naturschutzamt Steglitz-Zehlendorf

Besichtigung

Kälte, Wasser, Wärme, das integrale Konzept vom Potsdamer Platz

Das technische Infrastrukturkonzept für den Potsdamer Platz verbindet die zentralen Versorgungsstrukturen für Fernwärme und Elektrizität mit einem örtlich begrenzten Nahwärmeverbundnetz in Kombination mit einem Fernkältenetz. Kernstück der Anlage ist ein Heizkraftwerk auf Gasturbinenbasis, das den elektrischen Leistungsbedarf zu etwa zwei Drittel und den Wärmebedarf vollständig deckt.

Durch Parallelbetrieb mit dem städtischen Fernwärmenetz ist eine höchst flexible Fahrweise möglich. Das besondere an der Fernkälteversorgung ist die Nutzung des Leitungssystems der Fernwärme außerhalb der Heizperiode. Die Kälteerzeugung erfolgt dabei nicht auf Basis von elektrischen Kompressionsmaschinen, sondern durch Absorptionskälteanlagen, die ihre Antriebsenergie aus der Abwärme der Gasturbinenanlage bezieht.

Rund 12.000 Büros, 1.000 Wohnungen und viele Kultureinrichtungen versorgt die Kältezentrale in der Stresemannstraße mit Quartier-Kälte. Dazu gehören Kulturforum, Sony Center, Potsdamer Platz Arkaden, Mall of Berlin, Umweltministerium und Berliner Abgeordnetenhaus.

Seit 1996 hat Vattenfall in die Kälte-Technik mit Kältezentrale und Fernkältenetz etwa 70 Mio. Euro investiert. Die flexible Steuerung der Kälteerzeugung macht sie zu einem Motor der regionalen Energiewende: Einen Teil der Kälte erzeugen Absorptionskältemaschinen aus umweltschonender Fernwärme. Sie stammt aus dem Heizkraftwerk Mitte, wo Strom und Wärme in Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt werden. Den überwiegenden Teil des Kältebedarfs decken Kompressionskältemaschinen. Sie funktionieren ähnlich wie Kühlschränke mit Strom. Dieses wird uns Herr Plambeck von Vattenfall ab 17 Uhr in der Kältezentrale vorführen.

In Spitzenzeiten fließen pro Stunde bis zu 5.800 Kubikmeter 6°C kaltes Wasser durch das Kältenetz zum Kunden. Hat sich das Wasser durch die Kühlung vor Ort auf rund 12°C erwärmt, gelangt es über einen Rücklauf zurück in die Kältezentrale und wird wieder gekühlt.

Das Quartier Potsdamer Platz war mit der stadtplanerischen Herausforderung großflächiger Versiegelung des Bodens konfrontiert. Regenwasser hätte kaum Möglichkeiten zu versickern. Wohin damit? Die Frage beantworteten die Macher des Potsdamer Platzes mit einem der modernsten Konzepte für nachhaltigen Umgang mit Wasser in Berlin.

Zum Schutz der Grund- und Oberflächengewässer erfolgt eine integrative Regenwasserbewirtschaftung, die mehrere Maßnahmen beinhaltet:
Extensive Dachbegrünung; Sammlung der Dachabläufe in Zisternen zur Nutzung dieses Wasser für Toilettenspülung und Gartenbewässerung und zur Speisung für eines künstlichen Gewässersystems.

Marco Schmidt war bei der Planung dabei und ist auch heute noch mit dem Monitoring betraut. Er wird uns über den Platz führen und die Besonderheiten des Regenwasserkonzeptes erläutern und vor allem auf die Erfahrungen nach jetzt über 20 Jahren eingehen:

  • Starkregenmanagement
  • Zisternenauslegung
  • Einbettung des urbanen Gewässers
  • Speichernetzwerk
  • Reinigungskonzept
  • Trinkwassereinsparung
  • ökologische Funktion
  • kleinklimatischer Effekt

Dieses Wasserkonzept und die Erfahrungen im Betrieb könnten Vorbild für andere Quartierskonzepte in der Stadt sein.

Weitere Informationen:

http://www.stadtentwicklung.berlin.de/bauen/oekologisches_bauen/de/modellvorhaben/kuras/download/potsdamerpatz.pdf

https://potsdamerplatz.de/von-anfang-an-ein-gutes-klima/

https://www.uni-weimar.de/architektur/oekologisches_bauen/11_projekte/2002_berlinexkurs/projekt/5_potsdamer_platz_oekologisches_wasserkonzept/set.htm

https://en.wikipedia.org/wiki/Blue-Green_Cities

Zum Umgang mit dem Nahrungsmittel Wasser verweisen  wir auch auf die Seite des Weltfriedensdienstes WFD.

Diese Veranstaltung wird für die Eintragung bzw. Verlängerung der Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes mit


  • 0 Unterrichtseinheiten (Wohngebäude),
  • 3 Unterrichtseinheiten (Nichtwohngebäude)
  • 3 Unterrichtseinheiten (Energieberatung im Mittelstand), angerechnet.

Von der Architektenkammer Berlin werden

  • 2 Punkte anerkannt .

Dank einer Förderung durch das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf ist die Veranstaltung für die interessierte Öffentlichkeit kostenfrei.



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