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Berlin: Baudenkmal wird Niedrigenergiehaus

Titel:               Innendämmung und Fenstersanierung im Baudenkmal
Termin:           14.09.2014
Art:                  Besichtigung mit Vortrag
Ort:                 Musikschule in der Grabertstr. 4, 12169 Berlin
Uhrzeit:          11:00 – 13:00 Uhr
Referent:       Dipl.Ing. Peter Pauly-Kayser
Moderation: Dipl. Ing.  Peter Schrage-Aden, Aktionskreis Energie e.V.

Denkmale energetisch – Innendämmung und Fenstersanierung -
ein Baudenkmal wird zum Niedrigenergiehaus

Der Aktionskreis Energie e.V. lädt ein zu einer Besichtigung mit Vortrag am Tag des Denkmals am Sonntag den 14. September 2014 um 11 Uhr.

Vorgestellt wird das Ergebnis der Sanierung eines denkmalgeschützten italienischen Landhauses, Bj.1872; auf Niedrigenergiestandard. Die Sanierung umfasste nicht nur ein neues Nutzungskonzept der Musikschule sondern auch Anforderungen des Brand- und Denkmalschutzes.

Der Architekt erläutert die Herausforderungen des Denkmalschutzes und die umgesetzten Maßnahmen der Sanierung:

1. Innendämmung mit mineralischen Dämmplatten der Fassaden im ersten und zweiten Geschoss
2. Innendämmung mit Wärmedämmputz der Außenwände im Kellergeschoss
3. Dämmung der Außenwände im Dachgeschoss mit Zellulosedämmung
4. Dämmung des Daches mit Polyurethan-Hartschaum
5. Dämmung der erdberührten Mauerwerksabschnitte mit einer außenliegenden Perimeterdämmung
6. Dämmung der Kellersohle
7. Runderneuerung der Holzkastendoppelfenster inkl. Einsatz einer Wärmeschutzverglasung und Einfräßen von Lippendichtungen
8. Ersatz der Einfachverglasung durch Wärmeschutzverglasung
9. Ersatz des Heizölkessels durch eine Erdgas-Brennwertheizung
10. Ersatz der vorhandenen Heizkörper durch Röhrenradiatoren
11. Hydraulischer Abgleich inkl. Einsatz von Heizkörperventilen mit eine Regelgüte von 1K

Für dieses Gebäude liegen Thermographieaufnahmen vor, die die gute Verarbeitung dokumentieren.

Informationen zum Gebäude:
Die Villa in der Grabertstraße 4 wurde Jahr 1873 als Wohnhaus vom Bankier Eduard Mamroth im neuentstandenen Wohngebiet „Südende“ erbaut. Die Bankiers Villa wurde im spätklassizistischen Stil der Gründerzeit gebaut, mit Türmchen und nachgebildeter antiker Figur im Eingangsbereich. Die Fassade ist ornamentiert und von Historismus und Eklektizismus geprägt, sie diente der Repräsentation und der Werbung neuer Anleger. Die erhaltenen Originalpläne sind vom Maurer-und Zimmermeister Klingbeil, ein Architekt war scheinbar nicht beteiligt.

Nach mehreren Eigentümerwechseln kaufte die Stadt Berlin 1961 die Villa aus Privatbesitz. Sie wurde dann 1963/64 als Quartier für die Steglitzer Musikschule umgebaut und am 29.01.1965 eröffnet. Seit dem zweiten Weltkrieg fehlt die Dachloggia und in Zusammenhang mit der Renovierung der Fassade 1966/67 musste die Höhe des Turmes reduziert werden, weil die Bausubstanz angegriffen war. Auch der Haupteingang, der sich ursprünglich etwas weiter rechts befand, ist verlegt worden. Von dort gelangte man direkt zum Herrschaftseingang, der Terrasse am Teich (dem so genannten Karutschenpfuhl), welche anfangs untertunnelt war. Hier führte der Weg zum Dienstboteneingang, dem heutigen Haupteingang. Nach der Bezirksfusion 2001 wurde dieser Standort der Musikschule in der Grabertstraße 2004 aufgegeben und dann vom 07.03.2005 bis 16.07.2007 als Veranstaltungsort und Café “Villa Limone” privat genutzt. Seit dem 01.01.2008 wird das Gebäude wieder von der Leo-Borchard-Musikschule Steglitz-Zehlendorf genutzt. 2010 wurde die Villa grundlegend saniert. Dabei wurde dem Nutzungskonzept der Musikschule sowie allen Anforderungen des Brand-und Denkmalschutzes sowie den aktuellen energetischen Bestimmungen Rechnung getragen.

Am 10.09.2011 wurde die Musikschule nach der umfangreichen Sanierung wieder eröffnet.
Die Fertigstellung der Außenfassade ist für Herbst 2014 vorgesehen.

Hintergrundinformationen zum Gebäude und zur Sanierung finden Sie bei den Vortragsunterlagen unserer Veranstaltung vom

2014.06.03 Lebenszyklusanalyse-von-Gebäuden

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