Veranstaltungen

 

Berlin: Besteuerung von Primärbaustoffen

in Deutschland
Ein sinnvoller Beitrag zur Ressourceneffizienz? 
5. Dezember 2011, 10 – 16 Uhr

Tagungszentrum Katholische Akademie
Hannoversche Straße 5b 10115 Berlin-Mitte
GREEN BUDGET GERMANY (GBG)
FORUM ÖKOLOGISCH-SOZIALE MARKTWIRTSCHAFT e.V.

Programm
10:00 Uhr Begrüßung und Einführung  Damian Ludewig, FÖS
10:30 Uhr Vortrag: Umweltwirkungen des Abbaus von Baumineralien  Magnus Wessel, NABU Bundesverband
11:00 Uhr Vortrag: Ressourcenschonungspotential in der Bauwirtschaft  Dipl.Ing. Hubert Rhomberg, Rhomberg Holding GmbH
11:30 Uhr Kaffeepause 12:00 Uhr Vortrag: Ordnungsrechtlicher Rahmen des Baumineralienabbaus in Deutschland   Dr. Joachim Sanden, Universität Lüneburg
12:30 Uhr Vortrag: Vorstellung der Ergebnisse des MaRess-Forschungsprojekts  Henning Wilts, Wuppertal Institut 13:00 Uhr Mittagspause
14:00 Uhr Vortrag: Optionen für eine Besteuerung von Primärbaustoffen  Kai Schlegelmilch, FÖS
14:30 Uhr Podiumsdiskussion: Besteuerung von Primärbaustoffen – ein sinnvoller Beitrag zur Ressourceneffizienz?  Eveline Lemke, Wirtschaftsministerin Rheinland Pfalz  RA Reinhard Fischer, Bundesvereinigung RecyclingBaustoffe e.V.  Dr. Kora Kristof, Umweltbundesamt  Rüdiger Kruse, MdB, CDU/CSUBundestagsfraktion

Hintergrund
Natürliche Ressourcen bilden das Fundament unseres Wohlstandes. Ihr übermäßiger Verbrauch verursacht jedoch auch gravierende Umweltfolgen und gefährdet unsere Lebensgrundlagen. In der Vergangenheit ist er weltweit rasant gestiegen: Von 10 Mrd. Tonnen im Jahr 1920 auf 50 Mrd. im Jahr 2000. Für 2030 wird ein Verbrauch von 100 Mrd. Tonnen prognostiziert. Das Wachstum des Ressourcenverbrauchs zu begrenzen ist mittlerweile ein weithin anerkanntes politisches Steuerungsziel. Die EUKommission hat im September einen „Fahrplan für ein ressourcenschonendes Europa“ vorgestellt. Auch die deutsche Bundesregierung bereitet derzeit ein umfassendes Ressourceneffizienzprogramm vor.

Baumineralien, also insbesondere Sand, Kies und Natursteine, machten 2009 41 Prozent des globalen Ressourcenverbrauchs aus. Das macht den Bausektor zu einem wichtigen Handlungsfeld einer nachhaltigen Ressourcenpolitik. Zwar wird der Abbau von Baumineralien nicht in der gleichen Weise mit problematischen Umweltwirkungen im Zusammenhang gebracht, wie der Abbau vieler Metalle und Energierohstoffe. Dennoch stellt auch die Entnahme von Sand, Kies und Natursteinen einen erheblichen Eingriff in die Landschaft mit entsprechenden Auswirkungen auf Ökosysteme, Grundwasserhaushalt und Biodiversität dar. 

Gleichzeitig gibt es im Bausektor erhebliche Ressourcenschonungspotentiale: Große Mengen mineralischer Rohstoffe sind in Deutschland im Gebäudebestand „gespeichert“. Mehr als 70 Millionen Tonnen davon werden jedes Jahr zu Bauabfällen. Derzeit wird davon ein geringer Anteil in Form von Recyclingbaustoffen wieder verwendet. Weitere Ressourcenschonungspotentiale ergeben sich durch den vermehrten Einsatz von Baumaterialien aus erneuerbaren Rohstoffen.

Eine Primärbaustoffsteuer kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Rahmenbedingungen für Ressourceneffizienz im Bausektor zu verbessern. Erfahrungen damit gibt es in mehreren Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Sie werden bei der Entnahme von Kies, Sand und Natursteinen Rohstoffen auf die Menge des extrahierten Materials erhoben. Auf diese Weise könnten die externen Kosten des Rohstoffabbaus teilweise internalisiert und Anreize für einen effizienteren Materialeinsatz geschaffen werden.

Im Rahmen des Fachgesprächs sollen Fragen nach Notwendigkeit, Wirkung und Umsetzbarkeit einer solchen Steuer im Dialog mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft erörtert werden.



Liste aller Termine